Empirische Lernstandsanalyse

Wir werden die im Folgenden noch so bezeichneten DoSE-Testverfahren (Dortmunder Schriftkompetenzermittlung) umbenennen in: gutschrift-diagnose.

gutschrift  - richtig gut schreiben!

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Der bildungspolitische Hintergrund

In der gesamten bundesdeutschen Schullandschaft und im internationalen Rahmen vollzieht sich eine grundlegende Trendwende. Diese sind Resultat der Ergebnisse der empirischen Bildungsforschung wie PISA und IGLU. Das neue Paradigma der "Output-Orientierung" räumt den wirklich erreichten Lerneffekten, die sich im Vergleich mit empirisch ermittelten Kennziffern erweisen sollen, den zentralen Stellenwert ein.

Bislang bieten die Ergebnisse der internationalen Untersuchungen wie PISA und IGLU nur Planungsdaten auf der bildungspolitischen Systemebene und weniger konkrete Ansatzpunkte für die einzelne Schule. Auch die bundesweiten Lernstandserhebungen helfen nicht im konkreten Schulalltag, denn sie sind Bestandsaufnahmen der erzielten Lernstände und Kompetenzen.  

 

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Lehrerinnen und Lehrer benötigen Hilfen im Schulalltag

Im Schulalltag muss auf Textproduktionen, wie beispielsweise die nachfolgende, reagiert und entschieden werden, ob ein Entwicklungsrückstand im schriftsprachlichen Lernprozess vorliegt oder nicht.

 

 

Aber:

  • individuelle Lernprozesse verlaufen stark unterschiedlich
  • detaillierte individuelle Fehleranalysen sind äußerst zeitaufwändig
  • zur Feststellung eines individuellen Förderbedarfs sind valide Instrumente nötig.  

 

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DoSE hilft im Schulalltag

Damit die Ergebnisse von IGLU-E für den Schulalltag nutzbar werden, haben wir DoSE, den Rechtschreibtest, der in IGLU-E zum Einsatz kam, für Lehrerinnen und Lehrer zu einem Online-Expertensystem weiterentwickelt.

Nach einer 3-jährigen Erprobungsphase, die wir zusammen mit Bochumer und Dortmunder Schulen durchgeführt haben, hat sich der Nutzen der DoSE-Lernstandsanalyse für den Schulalltag erwiesen. Wir wünschen uns darüber hinaus, dass wir mit den DoSE-Lernstandsanalysen auch ein Instrument zur Reflexion und weiteren Verbesserung des Unterrichts geschaffen haben.

 

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Welchen Nutzen hat die DoSE-Lernstandsanalyse der Schulklasse? 

DoSE stellt mit den Referenzwerten von IGLU-E empirische Lernstandsanalysen bereit und gibt konkrete Informationen:

  • über die Stärken und Schwächen der Klasse
  • über Fehlerschwerpunkte für den Rechtschreibunterricht
  • über die Fehlerprofile der einzelnen Schülerin und des einzelnen Schülers der Klasse
  • über rechtschreibschwache Schülerinnen und Schüler in der Klasse
  • über ihren individuellen Förderbedarf
  • über das Förderprofil zur systematischen Planung von Förderkursen für das gesamte Schuljahr.

 

 

Was sind typische Schülerfehler und wie sind sie zu beurteilen?

DoSE beantwortet diese Fragen, indem sie die einzelne Schülerleistung auf den verschiedenen Stufen der Orthografiekompetenz mit den Referenzwerten vergleicht, die sich aus der IGLU-Normierungsstudie ergeben haben. Die Autorinnen von DoSE haben über 120.000 Rechtschreibfehler der IGLU-Schüler qualitativ analysiert und auf dieser Grundlage Referenzwerte berechnet. Insofern ist die DoSE-Lernstandsanalyse von besonderer Bedeutung für die Interpretation und schulische Nutzbarmachung, da der Lernstand der eigenen Klasse, d.h. die Stärken und Schwächen jedes einzelnen Schülers, mit gültigen Referenzwerten verglichen wird.

Die DoSE-Lernstandsanalyse liefert folgende Informationen:

  • die Rechtschreibfehler jedes einzelnen Schülers der Klasse werden qualitativ analysiert
  • sie werden den Entwicklungsstufen des Kompetenzmodells von IGLU-E zugeordnet
  • sie werden mit den Durchschnittswerten der eigenen Klasse verglichen
  • sie werden mit den klassenübergreifenden Referenzwerten der IGLU-Normierungsstudie verglichen.

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Rechtschreibschwäche/Legasthenie

 

Wie verbreitet Ist die Rechtschreibschwäche in Deutschland?

Mit DoSE wurde in IGLU-E ermittelt, dass die Vorkommenshäufigkeit von Rechtschreibschwäche/Legasthenie bei 10,1% liegt. Die diagnostische Definition war hierbei eine teststatistisch überprüfte normale Intelligenz (IQ besser als 85) und ein DoSE-Prozentrang der Einzelfehler, der kleiner als 15 ist. Damit liegen zum ersten Mal verbindliche Zahlen für Deutschland vor. Alle bisherigen Untersuchungen zu dieser Frage verletzten in einem solchen Ausmaß die wissenschaftlichen Standards der empirischen Sozialforschung, dass ihre Angaben für die Forschung ohne Wert waren. 

 

Mit welcher Anzahl ist in einer Schulklasse zu rechnen?

Auf Grundlage der IGLU-Ergebnisse befinden sich, wenn man in Schulklassen von einer Normalverteilung ausgeht, in jeder Klasse teststatistisch drei Kinder mit dieser spezifischen Lern-/Leistungsstörung.

 

Finden sich besondere Fehlerprofile bei Rechtschreibschwächen?

Löffler&Meyer-Schepers haben mit DoSE die Fehler der rechtschreibschwachen IGLU-Schüler qualitativ analysiert. Ihr Lernstand weist folgende Merkmale auf:

  • mehr von derselben Fehlerart wie durchschnittliche Rechtschreiber

  • mehr Einzelfehler pro Wort (höhere Fehlerdichte)

  • starke Vielfalt von Fehlervarianten

  • die Fehler gehören unterschiedlich entwickelten Stufen der Schriftkompetenz an.

 

Rechtschreibschwache IGLU-Schüler fächern  z.B. das Wort „Matratzen"  in 107 Fehlervarianten auf. Wie sich bereits eine der möglichen Fehlerklippen in "Matratzen" vervielfältigt, zeigt die folgende Grafik: 

Ermittelt mit der Methode der Fehlerquellen-Analyse von Dr. Löffler und Dr. Meyer-Schepers anhand 120.000 Einzelfehlern der deutscher Schülerinnen und Schüler am Ende der 4. Jahrgangsstufe im Rahmen der internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung IGLU-E.)

 
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